HARTWIG THALER

Der in den Niederlanden ausgebildete Künstler zeichnet und malt, formt und entwirft. Seine Malereien, Skulpturen und Installationen, Monumente und Einrichtungsdesigns werden von den Niederlanden über Deutschland und Österreich bis in die USA ausgestellt. Hartwig Thaler errichtet 2009 in seiner Heimatstadt Brixen, wo er 1962 geboren wurde, die “Flügel der Versöhnung”, mit 17 Metern Höhe und 16 Metern Spannweite ein herausragendes Beispiel seiner Schaffenskraft.

1998 gestaltet er in Nijmegen (NL) das monumentale Wandrelief „Lichtfangeimer“. 2000 ist er im Team Andre Heller Mitgestalter des WWF Pavillons für die Expo 2000 in Hannover. Malereien und Skulpturen werden zwischen 2002 - 2010 in Heidelberg Magdeburg, Kassel, Münster und München (Deutschland) ausgestellt. In Wien (Österreich) beteiligt er sich 2009 an einer Ausstellung zum Thema Menschenrechte. 2010 werden seine Zeichnungen in Hambidge – Atlanta – USA ausgestellt. 2011 und 2013 ist er Organisator und Künstlerischer Leiter der großen Übersichtsausstellung „50x50x50 ART SÜDTRIOL“ in der Festung Franzensfeste (Italien).

Hartwig Thaler ist der Künstler der Synthese. Mit musikalischen Farbfolgen, grafischer Präzision, mit Raumbeherrschung und Materialsicherheit hat er einen Kosmos geschaffen, der in einer neuen, unverwechselbaren Bildsprache den Menschen und die ihn umgebende Natur verherrlicht.

Hartwig Thaler: „Ich will neue, künstlerische Welten erschaffen.

Ich will zu Hause sein und anderen ein zu Hause geben

in der alles überstrahlenden Pracht und Kraft des Lebendigen


HARTWIG THALER

Die Vielfalt der Kunst

von Luca Masiello

 

Vernunft und Emotion, Überlegung und Instinkt. Spannung und Entspannung: das sind die unverwechselbaren Merkmale seiner Werke. Hartwig Thaler ist in Brixen (Südtirol – Italien) geboren, wo er nun wieder in seinem Atelier in Stufels, dem ältesten Teil der Stadt, seiner Leidenschaft und Berufung nachgeht. Seine ersten, raumgreifenden Schritte in Richtung Bildende Kunst hat er in Wien gemacht. Das kulturelle Klima der österreichischen Hauptstadt hatte ihn mit Anfang zwanzig zu einer ersten Bilderserie auf Papier inspiriert. Nackte, wilde Kunst mit Fingern statt Pinseln gemalt, Impressionen seines Aufbruchs. Jahre später und schon als Freischaffender Künstler hat er sich an der Kunstakademie Arnhem – Enschede in Holland beworben. Aufgenommen verbrachte der Künstler dort seine fünf wichtigsten Lehrjahre. Erlernte und vertiefte Bereiche der Kunst, die ihm vorher zwar bekannt jedoch unerreichbar schienen. „Es war als hätte ich zu Studienbeginn eine kleine Flöte gespielt gegen Ende aber mich an der großen Orgel versucht“, erklärt Hartwig Thaler seine Akademiezeit überblickend. Der Vergleich mit Musikinstrumenten kommt nicht von ungefähr. Aus einer Künstlerfamilie stammend (der Vater ein begabter Maler, die Mutter hoch musikalisch) ist er in einer Nährlösung aus klassischen Klavierstücken, großen Opern und berühmten Orchesterwerkern aufgewachsen. Musik ist in ihn ein und er aus ihr gewachsen. So sehr, dass sie noch heute zu seiner Arbeit gehört wie Pinsel und Leinwand. „Jedes Musikstück enthält auch ein Echo der innersten Gestimmtheit seines Komponisten. Dasselbe erhoffe ich für meine Werke. Es gefällt mit zu glauben, dass der Rhythmus und die Harmonien, die ich meinen Werken gebe, meiner ureigenen, inneren Musik entsprechen, die dann vom Betrachter bewusst oder unbewusst auch wahrgenommen werden kann“. Eine Hoffnung und ein gemeinsames Begehren jener, die für die Kunst leben. Hartwig Thaler ist an diesem Traumziel längst angekommen: jeder seiner höchst unterschiedlichen Werkzyklen trägt seinen unverwechselbaren Stempel: diese lebendige Kraft, die seine Hand mit Zeichenlinien zu zähmen sucht, diese organische Sinnlichkeit, die er durch geometrische Teilungen in Spannung versetzt. Jedes seiner Werke ist zunächst ein „work in progress“, ein Werk im Entstehen und bleibt bis zu seiner Vollendung auf des Messers Schneide. Eine wage, offene Grundidee, locker und oft monochromatisch angelegt, kann durch farbstarke Eingriffe an Klarheit gewinnen. Das Gewonnene kann nun durch wildes, ausuferndes Wuchern ins Chaos stürzen, um es später durch harmonische wachsende Figuren wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Ein Wechselbad aus Emotion, Gefühl und Vernunft, das der Künstler seinem Werk solange auferlegt, bis er mit ihm zufrieden ist, bis das, was gesagt werden sollte, gesagt ist, bis seine Erschöpfung keine weitere Veränderung mehr zulässt und das Werk vollkommen und ganz erscheint. „Manchmal gelingt diese Metamorphose nicht“, erklärt er: „dann ist das Werk verloren, Abfall – leider. Aber auf der künstlerischen Suche muss immer alles gewagt, alles versucht, gekostet und bis zum seinem Äußersten getrieben sein. Es darf keine Kompromisse geben, um keinen Preis“. Absolute Hingabe, ständiges Lernen und der Mut zum Aufbruch haben den heute Fünfzigjährigen zu einer künstlerische Reife geführt, die in seiner Malerei aber auch in seiner Skulptur, seiner zweiten Ausdrucksform, die er mit derselben unabdingbaren Intensität betreibt, immer spürbar bleibt. Schon als Kunststudent in Holland entdeckt Hartwig Thaler die dritte Dimension für sich. Lernend an Tonmodellen, diese um anderen Materialen erweiternd schafft er heute vorwiegend Objekte aus Edelstahl. Von kleinen, eigenwilligen Designobjekten, großen Tischen und raumgreifenden Wänden bis hin zur monumentalen Großfigur. Mit seinen „Flügeln der Versöhnung“, die sich mit einer Spannweite von 16 Metern und einer Gesamthöhe von 17 Metern aus der östlichen Talseite seines Heimatortes erheben, hat er ein beeindruckendes Denkmal geschaffen. Ein inhaltlich und technisch anspruchsvolles Werk, das seine Kompetenz in der Beherrschung der speziellen Dynamik großer, öffentlicher Räume gezeigt hat. Als Leiter der Biennale 50x50x50 ART SÜDTIROL in der Festung Franzensfeste, einer riesigen militärischen Struktur aus der Zeit der Habsburger, hat er sich außerdem als Kunstvermittler ausgezeichnet.


S.Abbas Raza

Founding Editor, 3QuarksDaily.com

 

To say that Hartwig Thaler is one of the foremost artists in the South Tyrol would certainly be true, but it would also be an understatement in two separate ways: first, because Hartwig would be considered a great artist anywhere; and second, because there is much more to him than his art.

Hartwig’s considerable innate talents have been polished by an excellent education in both the craft and the history of art, and he brings to his painting and sculpture not only a sensitive awareness of the traditions of the form, but also eclectic new elements from the world of ideas. Hartwig takes influences from politics, anthropology, philosophy, and popular culture, and weaves them into his work in a subtle and pleasing manner, resulting in sophisticated art objects layered with rich meanings.

Last autumn I was privileged to attend the opening ceremony of Hartwig’s large (56 foot X 52 foot) public sculpture Flügel der Versöhnung (Wings of Reconcialiation). This work has been permanently mounted on an unused ski-lift pylon at the top of a cliff visible from the city of Brixen, and so is ever-present to the public. The sculpture is really quite stunning in its scale and beauty, though it must really be seen in person to be fully appreciated. And sure enough, it has met with great critical acclaim here as well as affectionate admiration by the public.